nota

Montagesoftware der Produktionsgemeinschaft nota >> Das Theaterkollektiv VOLL:MILCH, der Informatiker Nils Bultjer und die Restauratorin Melissa Köhler

>> hier geht es zum Online-Programm nota >> https://nota.space/
>> hier zum Tutorial >> https://test.nota.space/?user=nota&room=tutorial
>> bei Interesse an einem Test-Account: Mail an voll_milch@gmx.de

nota produzieren wir seit unserer Residenz im LAB FFM. nota eröffnet einen scheinbar unendlichen, digitalen Raum zur Anordnung von Schrift-, Bild-, Video- und Audiodaten. Diese lassen sich in nota als Montageteile divers neben-, über- und ineinander anordnen und zueinander in Beziehung setzen. An den verschiedenen nota-Räumen lässt sich von jedem Internetzugriff aus montieren. Die Räume können veröffentlicht oder mit einer Gemeinschaft aus Monteur_innen geteilt werden.
Das Programm simuliert nicht nur eine immense Fläche, sondern auch eine fast unendliche Tiefe, in die man sich hineinbewegen und aus der man auftauchen kann: Mit dieser Dimension können wir nicht nur ins Detail gehen oder eine Übersicht gewinnen; in nota kann noch im kleinsten Detail ein neuer Kosmos montiert werden, immer finden sich in und zwischen den Montageteilen Lücken, Brüche und damit neue Räume.
Zunächst aber präsentiert nota bloß eine schwarze strukturlose Fläche. Erst mit dem Hereinziehen der ersten Montageteile zeigen sich notas ungewöhnlichen Dimensionen und der Raum bekommt Struktur. nota stellt uns so von Grund auf und immer wieder erneut vor die Frage: Welche digitale Struktur wollen wir uns und unseren Arbeiten geben?
Innerhalb des "Digitalisierungstriple II" des PAP Berlin und für eine Produktion des ITZ Tübingen 2018 wurde die Software weiterentwickelt. Zudem konnten wir 2018 nota innerhalb der Research Academy der ZHdK vorstellen. 2019 wurde nota auf der re;publica19 und beim Theater der Dinge präsentiert. Von Kampnagel waren wir eingeladen, mit nota Teil der Community of Pratice der Bündnis-Konferenz Claiming Common Spaces II zu sein. 2020 wurden wir von der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater zur Tagung #nextlevel eingeladen.

Mit notanarchive machen wir einen technisch künstlerischen und solidarischen Vorstoß für eine digitale Archivpraxis der Freien Szene.
Anfang 2018 begann ein Austausch über nota mit Melissa Köhler. Mit ihr als wissenschaftlicher Mentorin haben wir in nota ein Archiv-Modell der Freien Szene entworfen. Ende 2019 war unser erstes Archivtreffen mit Hildesheimer Kollektiven (Soziale Fiktion, edgarundallan) und Studierenden (Leitung des Festivals transeuropa), mit der Probenforscherin und Interrobang-Dramaturgin Lisa Großmann, mit Astrid Hesse vom Designstudio Bas&Aer sowie mit Anika Kind, der Spielstättenleiterin unseres Kooperationspartners Theaterhaus Hildesheim. Gemeinsam haben wir uns über Archivpraxis ausgetauscht, das Modell getestet, diskutiert und überarbeitet.
Unser Modellentwurf ist gedacht als ein praktischer Diskussionsbeitrag zu der nun schon seit Jahren kursierenden Frage nach der Gestaltung eines Archivs der Freien Szene. Wir sind keine Archiv-Institution, sondern unser Vorhaben ist ein performativer Eingriff in diesen Diskurs. Wir haben keine Archiv-Softwarelösung, sondern nota ist eine Probebühne für Archivtheorie und Praxis und soll auch als Probebühne weiterentwickelt werden. Im Theaterhaus feiern wir im April 2020 die Eröffnung unserer Probebühne für Archivtheorie und -praxis.
Zur Vernetzung in die Szene kooperieren wir mit dem LaFT Niedersachen, dem Mime-Centrum Berlin und der Initiative für die Archive des Freien Theaters e.V.

In der Produktionsgemeinschaft nota bringen wir als Theaterkollektiv unsere Probeästhetik in den digitalen Raum. Wir erarbeiten wir uns mit dem Informatiker Nils Bultjer einen ästhetischen Zugriff aufs Programmieren. Melissa Köhler ist Restauratorin beim documenta archiv. Mit ihr als wissenschaftlicher Mentorin sammeln wir um nota eine Archivgemeinschaft.
Darüber hinaus suchen wir mit nota nach einem Probeformat und einer Probeästhetik für Local Area und Onlinenetzwerke. Wir wollen in 'Avantgarde-LAN-Partys' die Möglichkeit eröffnen, das Internet als soziale und ökonomische Erfindung und Kostruktion in Frage zu stellen. Zur Zeit konzipieren und montieren wir dafür einen digitalen Vorkurs. Wir suchen nach Kompliz_innen für diese Softwareunternehmung unserer Freien Szene, nach einer kritischen, unruhigen Netzgemeinde, die einen eigenen Umgang mit Internet und Ökonomie versucht.

Die Produktionsgemeinschaft nota wird vom Fonds Darstellende Künste (Initialförderung) und dem MWK Niedersachsen (Konzeptionsförderung) unterstützt.